Zuversicht bedeutet nicht, naiv zu sein

Volles Haus beim Besuch der Grünen-Landesvorsitzenden Gisela Sengl in Marzling: Was gibt uns aktuell Zuversicht?

30 Gäste kamen am Donnerstagabend ins Restaurant Essenz, um genau darüber zu sprechen. Gisela Sengl nahm sie mit auf einen Streifzug durch viele Themen: vom Hitzeschutz über bezahlbares Wohnen und Landwirtschaft bis zu Olympia, dem Widerstand gegen die dritte Startbahn und der Forderung nach einem AfD-Verbot. Sie warnte eindringlich vor den Gefahren für die Demokratie, rief aber ebenso dazu auf, sich nicht kleinkriegen zu lassen, auch nicht im Einsatz gegen die dritte Startbahn.

Grundlage der Demokratie seien das Grundgesetz und die Bayerische Verfassung. Aus ihr zitierte Sengl Artikel 106: „Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung. Die Förderung des Baues billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden.“ Ein Zuhörer meinte: „Daran sollte häufiger erinnert werden, und die Regierung sollte sich dann auch dran halten.“ Viel Kopfnicken im Saal.

Einig waren sich die Anwesenden, dass heute zu viel über Probleme und zu wenig über Fortschritte und Erfolge gesprochen und berichtet wird. Zuversicht entstehe dort, wo man nach dem Gelungenen sucht, wo sie wachsen kann und wo man das „Machen“ ermöglicht, statt es abzuwürgen.

Dabei blieben die Gäste selbstkritisch: „Zuversicht kann nicht verordnet werden“, hieß es, und auch die Frage „Sind wir zu bequem geworden?“ stand im Raum, wenn es darum geht, die Demokratie zu verteidigen und aktiv zu gestalten.

Am Ende überwog der Optimismus, dass sich als Gemeinschaft vieles umsetzen und zum Guten wenden lässt. Als Beispiele dienten die Lange Nacht der Demokratie in Freising und die Munich Climate Week, dazu viele persönliche Erlebnisse, von denen die Besucher berichteten.

Bild: Fanden viele Gründe für Zuversicht: Ortsvorsitzender Marc Decker mit der Landesvorsitzenden Gisela Sengl in Marzling, Quelle: privat

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